Sicherheitstraining

Von Thorsten Vaas, Ipf und Jagst Zeitung, 21. Juni 2006

Erst beim “Großen Nein” gibt Nick auf

ELLWANGEN - Die Kinder des Ellwanger Heilig Geist Kindergartens sind für die Schule gerüstet: Sie haben zusammen mit Fotini Papadopulu vom Taekwondo- Freizeitsportclub ein Sicherheitstraining gemacht. Dabei lernen sie nicht nur, wie sie sicher zur Schule kommen, sondern auch richtig “Nein” zu sagen und ein “Nein” zu akzeptieren.

Kinder beim Rollenspiel.

Der Lastwagen aus Holz ist Vanessas Lieblings-Spielzeug. Sie schiebt ihn auf dem Boden hin und her. Doch Nick will den Lastwagen auch haben und reißt ihn Vanessa aus der Hand. “Nein”, sagt Vanessa behäbig, “ich spiele jetzt damit.” Nick reagiert gar nicht darauf und grinst nur. “Nein, das ist mein Laster, ich spiele jetzt damit,” sagt Vanessa hartnäckig. Jetzt erst gibt Nick auf und gibt den Laster zurück. “Was war das jetzt?”, fragt Fotini Papadopulu. Das “Große Nein”, rufen die Kinder im Chor.

Spielerisch in kleinen Rollenspielen zeigt Fotini Papadopulu den Kindern das schüchterne “Kleine Nein” und das “Große Nein”, das nachdrückliche. “Kinder sind oft sehr forsch, wenn sie etwas wollen. Sie denken nicht an Konsequenzen”, sagt Cheftrainerin Papadopulu. Erzieherin Ulrike Schaff bestätigt das: “Die Kinder können sich noch nicht so gut verbal verständigen. Deshalb schlagen oder schubsen sie andere Kinder.” Mit den zwei Nein-Varianten lernen die Kinder, sich gewaltfrei zu wehren. “Wir zeigen den Kindern in diesen Rollenspielen verschiedene Strategien der Konfliktbewältigung”, sagt Papadopulu.

Gruppenfoto.

Damit die Kinder gut auf den Schulalltag vorbereitet sind, trainieren sie nicht nur das Nein-Sagen. Beim Sicherheitstraining wird der Sicherheitsabstand zu Autos geübt, Gefühle von freundlich über böse bis traurig zu erraten und bei Gefahr Hilfe zu holen. Von Erzieherin Ulrike Schaff werden diese Übungen dann im Kindi-Alltag wiederholt, damit sie sich richtig einprägen. “Sonst vergessen es die Kinder wieder, weil sie ganz andere Dinge im Kopf haben”, sagt Schaff.

Außerdem machen die Kinder mit Fotini Papadopulu zum Ende jeder Stunde einen Gesprächskreis, in dem Cheftrainerin die Kinder nach ihren Erlebnissen fragt. “Wir spielen dann die erlebte Situation durch”, sagt Papadopulu, “so lernen die Kinder von den Erlebnissen anderer Kinder, dass die zum Beispiel nicht zu Fremden ins Auto steigen dürfen.”