Artikel der Schwäbischen Post vom 26.02.2002
ELLWANGEN (pm) - In den vergangenen sechs Wochen haben die Kinder des Taekwondo Freizeitsportclubs intensiv geübt, sich gegen Erwachsene zu wehren.
In der Tennishalle wurde von den Trainern und den Betreuern des Clubs verschiedene Stationen aufgebaut. Ob Fremde oder Erwachsene aus dem außerfamiliären Nahbereich, die Kleinen wussten sich immer zu helfen. Trainer Daniel Dörrer versuchte vergeblich mit Katzenbabys, Simon, sechs Jahre, ins Auto zu locken. Kleine Kätzchen findet Simon zwar süß, aber er geht nicht zu Fremden ins Auto.
Ulrike Liebhäuser lehrte die Kinder, dass sie sich am Telefon nicht ausfragen lassen sollen. Lena S. (fünf Jahre) sagte selbstbewusst dem Anrufer, ihre Mama schläft - er solle bitte später anrufen.
Von der Polizei kamen Dieter Klingmann und seine Kollegin Brigitte Hilsenbek. Der Kinder- und Jugendsachbearbeiter der Polizei in Ellwangen, Dieter Klingmann, verstand es, die Kinder zu begeistern. Mit guten Ratschlägen unterstützte er und Brigitte Hilsenbek die Stationen der Betreuer.
Die Eltern wurden in dieses Projekt ebenfalls mit eingebunden. Sie erhielten Ratschläge, wie ein Kind altersgemäß und frühzeitig aufgeklärt werden kann und wie man einem Kind vermittelt, dass es zu Erwachsenen Nein sagen darf, auch zu denen aus der eigenen Familie. Eltern können ihre Kinder schützen, indem sie klar zu verstehen geben, dass niemand das Recht hat, Kinder gegen ihren Willen zu berühren. Klare Regeln, die den Alltag des Kindes betreffen, müssen eingehalten werden.
Wer Kinder von der Schule abholt, bestimmen ausschließlich die Eltern. Um Kindern zu helfen, sich selbst zu schützen, ollten ihnen ihre Rechte vermittelt werden. Beim Taekwondo Freizeitsportclub lernen Kinder ab vier Jahren nicht nur mit adäquaten Schlagtechniken sich zu wehren sondern auch mit Köpfchen sich zu behaupten.